076-1851
Hl. Nikolaus

nazarener stiche.de 076 1851

076-1851

 

Hl. Nikolaus
S. Nicolaus

Johann Friedrich Overbeck invt./Franz Keller sc.

15/11

10,1/5,4

Johann von Schraudolph wurde 1843 von König Ludwig I. von Bayern mit der Ausmalung des Doms von Speyer beauftragt. Unter den Heiligen für die östliche Wandkapelle des Nordquerhauses findet sich Nikolaus, Namenspatron des damaligen Bischofs von Speyer, Nikolaus von Weis. Die zugehörige Zeichnung von Schraudolph aus dem Jahr 1850 befindet sich im Historischen Museum der Pfalz in Speyer, Kat.-Nr. 88. Ebendort finden sich auch Farbstudien von Schraudolph und seinen Mitarbeitern, Kat.-Nr. 110.90. Hier wird auch das im Dom abgenommene Fresko aufbewahrt. Es zeigt den legendären Heiligen aus der Mitte des 4. Jahrhunderts als Bischof der Westkirche liturgisch gekleidet, einen Bischofsstab in seiner Linken und in der Hand die Heilige Schrift, auf der zwei Goldkugeln liegen. Eine dritte Goldkugel hält er in seiner Rechten. Zu seinen Füßen steht ein Bottich, in dem drei Kinder sitzen. Die Darstellung spielt auf zwei Legenden an: Nach der Jungfrauen-Legende, einer der ältesten Legenden, rettet der Heilige – noch bevor er Priester oder gar Bischof war – die Tugend und den Eintritt in das Himmelreich der drei Töchter eines Patriziers durch seine Goldspende. Andersfall hätte der Vater seine Töchter auf die Straße geschickt, um für sich und ihn Geld zum Lebensunterhalt aufzutreiben. Der Bottich verweist auf eine andere Legende, in der Nikolaus drei Scholaren wieder zum Leben erweckt, die ein Gastwirt getötet und eingepökelt hatte, um ihr Fleisch in seiner Gaststätte zu verkaufen.

Schraudolph hat seinen Entwurf 1853 erneut für ein Altarbild verwendet, das er für das Waisenhaus in Landstuhl im Auftrag des Bischofs von Speyer malte. Unter einer thronendnen Madonna mit Kind stehen der heilige Josef und der heilige Nikolaus. Heute findet sich dieses Bild als Dauerleihgabe in der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer.

Es gibt zwei weitere Altarbilder, die das Fresko Schraudolphs wiedergeben. Eins befindet sich in der Nikolauskapelle in Geretsried (zwischen Wolfratshausen und Königsdorf). Nach Wikipedia (Nikolauskapelle Geretsried) wurde es 1858 von dem Kunstmaler Anton Eder gemalt. Ein anderes Altarbild findet sich in der Nikolauskapelle zu Heisterbacherrott. Von diesem Bild ist nicht bekannt, wer es gemalt und gestiftet hat, vgl. Perpeet 2014, 267ff.

AK Köln 1980, Nr. 80; AK Düsseldorf 1982, Nr. 70; AK Neuss 1997, Nr. 72

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Links: Ölgemälde in der Nikolauskapelle Heisterbacherrott; rechts: Fresko im Dom zu Speyer

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Quelle: https://www.google.de/search?q=hl.+Nikolaus&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiW1sqG2tLaAhXB1qQKHaFOCd8Q_AUICigB&biw=2321&bih=1320#imgrc=0RswXSEj7o8v6M: (24.04.2018)

Über den Sammler

Manfred Becker-Huberti (* 26. Juli 1945 in Koblenz) ist ein deutscher katholischer Theologe. Er war von 1991 bis 2006 Pressesprecher des Erzbistums Köln. Seit 2007 ist er Honorarprofessor an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. Becker-Huberti forscht zu Religiösem Brauchtum, Heiligen und der Heiligenverehrung speziell im Rheinland.

Was hier im Internet nun präsentiert wird, ist ein kleiner Ausschnitt aus einem noch im Entstehen begriffenen Projekt, das in Buchform erscheinen soll. Dieser Internetauftritt soll das Thema bewusst und bekannt machen. Diese Präsenz erreicht vielleicht auch Sammler, die zusätzliche Informationen beisteuern können, für die ich dankbar bin.

www.becker-huberti.de

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