Einige Stiche und deren interessante Verbindungen

An einigen Beispiele wird gezeigt, woher die Bildvorlagen stammen und wo die Nazerener Stiche wiederum als Vorlage verwandt wurden.

nazarener stiche.de 001 1842001-1842
Jesus am Kreuz, umgeben von einer Mandorla. Zitiert wird lateinisch Philipper 2, 8: Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. -Der Stich gibt das Kreuz wieder, das Deger im Zentrum seines Freskos in St. Apollinaris in Remagen gemalt hatte.

nazarener stiche.de 044 1847044-1847
Hl. Martin von Tours
Weil er sonst nichts hat, um dem frierenden Mann zu helfen, teilt er seinen Umhang mit ihm, indem er ihn mit dem Schwert in zwei Teile teilt. - Die Zeichnung von Stralendorff weist bemerkenswerte Übereinstimmungen mit einem Altarbild in Laberweinting und einem in St. Martin in Oney/Frankreich auf. 

064-1850 Sendung des Heiligen Geistes

nazarener stiche.de 064 1850064-1850
Sendung des Heiligen Geistes
1848 war das Pfingstfenster im südlichen Seitenschiff des Kölner Doms eingebaut worden. Es ist eins der fünf vom Bayernkönig Ludwig I. gestifteten Fenster.

nazarener stiche.de 075 1851075-1851
Hl. Jakobus d.Ä.
Overbeck hatte die Apostel und Evangelisten in Form von Kohlezeichnungen als Vorlagen für Fresken in der Kapelle der Villa Torlonia in Castel Gandolfo (1835-1844) angefertigt.

nazarener stiche.de 076 1851076-1851
Hl. Nikolaus
Johann von Schraudolph wurde 1843 von König Ludwig I. von Bayern mit der Ausmalung des Doms von Speyer beauftragt. Unter den Heiligen für die östliche Wandkapelle des Nordquerhauses findet sich Nikolaus, Namenspatron des damaligen Bischofs von Speyer, Nikolaus von Weis.

nazarener stiche.de 096 1853096-1853
Jesus und Johannes als Knaben
Dieser Stich gibt kein Renaissance-Gemälde komplett wieder, sondern wählt ein Motiv, Jesus und Johannes, aus diesem aus und verändert es insofern, als die Kinder nun nicht nach rechts, sondern nach links gehen.

 

nazarener stiche.de 101 1853101-1853
Hl. Maximilian
In Bischofshofen im Pongau (50 km von Salzburg entfernt) verehrte man einen dort begrabenen Heiligen mit Namen Maximilian. Im 8. Jh. entstand über seinem Grab eine Nekropole. Die Gebeine wurden 878 erst nach Altötting übertragen, vor 985 dann in den Passauer Dom, was Grund für seine Erhebung zum Bistumspatron wurde.

nazarener stiche.de 135 1856135-1856
Hl. Apollinaris
Um 200 lebte Apollinaris als Bischof von Ravenna. Der Legende erschlug man ihn mit einer Keule. Über seinem Grab wurde die kunsthistorisch bedeutsame Basilika S. Apollinare in Classe erbaut. Apollinaris wird auf einer Wolke stehend dargestellt, mit Bischofsstab und Keule. Hinter ihm sieht man die nach ihm benannte Kirche am Hang in Remagen.

nazarener stiche.de 150 1858150-1859
Tod des hl. Joseph
Dem Bild beigefügt wurde ein Bibelzitat nach Ps 115, 6:  „Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen“. Die Engel in der Wolke, die über Maria, Joseph und Jesus schwebt, zeigen ein Schriftband mit dem Text:  „Selig sind die Toten, die im Herrn sterben“, ein Zitat nach Offb 14, 13.

nazarener stiche.de 301 1871301-1871
Christus am Kreuze
Der am Kreuz erhöhte, mit Dornen gekrönte Jesus schaut mit leicht geöffnetem Mund in den Himmel. Das Bibelzitat unter dem Bild deutet an, der Gekreuzigte wird unmittelbar vor seinem Tod gezeigt. Jesus wirkt aber nicht wie ein gebrochener Mensch, sondern würdevoll.

nazarener stiche.de 368 1877368-1877
Die Kreuztragung
Vor einer imaginären Landschaft ist Jesus unter seinem Kreuz zusammengebrochen. Drei Henkerknechte greifen ein. Zwischen dem ersten und dem zweiten Knecht steht die legendäre Veronika mit dem Schweißtuch, in dem das Angesicht Jesu zu erkennen ist. 

nazarener stiche.de 728 nach 1904728-nach 1904
Vièrge Apollinaire
Die in ihrer Zeit berühmte Madonna aus der Apollinariskirche in Remagen scheint nach 1904, wie der Titel des Stichs nahelegt, eigens für Frankreich herausgegeben worden zu sein. Wenn auch das vorher übliche Erscheinungsbild von Titel und Künstlerangaben nicht fortgeführt wird, fehlt nicht den Herausgeber, den Düsseldorfer Verein.

Über den Sammler

Manfred Becker-Huberti (* 26. Juli 1945 in Koblenz) ist ein deutscher katholischer Theologe. Er war von 1991 bis 2006 Pressesprecher des Erzbistums Köln. Seit 2007 ist er Honorarprofessor an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. Becker-Huberti forscht zu Religiösem Brauchtum, Heiligen und der Heiligenverehrung speziell im Rheinland.

Was hier im Internet nun präsentiert wird, ist ein kleiner Ausschnitt aus einem noch im Entstehen begriffenen Projekt, das in Buchform erscheinen soll. Dieser Internetauftritt soll das Thema bewusst und bekannt machen. Diese Präsenz erreicht vielleicht auch Sammler, die zusätzliche Informationen beisteuern können, für die ich dankbar bin.

www.becker-huberti.de

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